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Selbstverständnis der Werkstatt

Was wir bewusst weglassen

Manche Entscheidungen in der Keramikwerkstatt sind nicht das Ergebnis von Zeitmangel, sondern eine bewusste Wahl gegen bestimmte Verfahren. Diese Seite beschreibt, was in der Produktion von Cerbolquin absichtlich nicht vorkommt.

Werkzeuge und Schaber auf einem Arbeitstisch in der Keramikwerkstatt

Kein Gussverfahren

Warum keine Gipsformen verwendet werden

Gussverfahren mit Gipsformen ermöglichen gleichförmige Serien in größerer Stückzahl. In der Werkstatt im siebten Bezirk wird darauf verzichtet, weil jede Form dann eine vorgegebene Kontur erhält, die sich nicht mehr verändert.

Beim Drehen auf der Scheibe bleibt jedes Stück in Wandstärke, Höhe und Standfläche leicht unterschiedlich. Das bedeutet mehr Aufwand pro Stück, aber auch, dass keine Schale einer Kopie einer anderen ist.

Vier bewusste Auslassungen

Techniken, die hier nicht angewendet werden

Keine Uniformitäts-Glasuren

Es gibt Glasurrezepturen, die speziell so eingestellt sind, dass sie bei jedem Brand nahezu identisch ausfallen. Solche Rezepturen werden hier nicht verwendet, weil sie der Holzasche gerade jene Unruhe nehmen würden, die den Reiz ausmacht.

Kein verkürzter Brennzyklus

Ein schnellerer Temperaturanstieg spart Ofenzeit, führt bei Holzasche-Glasuren aber häufig zu unregelmäßiger Kristallbildung an der Oberfläche. Der Brennzyklus bleibt bewusst länger angelegt.

Keine aufgedruckten Muster

Dekore per Siebdruck oder Abziehbild lassen sich beliebig wiederholen. In dieser Werkstatt kommt Musterung ausschließlich durch Glasurverlauf und Brandführung zustande, nicht durch aufgebrachte Drucktechnik.

Keine unbedachten Zusatzstoffe

Bestimmte Farbpigmente ermöglichen sehr kräftige, gleichbleibende Farbtöne. Sie werden hier nur eingesetzt, wenn ihre Zusammensetzung bekannt und für Gebrauchskeramik geeignet ist. Wo Unsicherheit besteht, bleibt der Zusatzstoff weg.

Konsequenz aus der Wahl

Was das für Kundinnen und Kunden bedeutet

Wer ein Stück aus dieser Werkstatt bestellt, bekommt keine exakte Kopie eines Foto-Musters. Ein bestelltes Stück aus der Aschegrau-Serie wird der Beschreibung in Form und Größe entsprechen, kann sich im Glasurbild aber vom abgebildeten Exemplar unterscheiden.

Diese Abweichung wird nicht als Mangel behandelt, sondern in der Produktbeschreibung offen benannt. Bei Rückfragen zu einem konkreten Stück gibt die Werkstatt gerne zusätzliche Auskunft, etwa über den ungefähren Farbbereich einer Serie.

Regal in der Werkstatt mit unterschiedlich glasierten Keramikschalen

Fragen zu einer bestimmten Serie?

Die Werkstatt beantwortet Fragen zu Herstellung, Pflege und Verfügbarkeit einzelner Serien direkt und ohne Umweg über einen externen Kundendienst.

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